Nackt unter Scannern - Bloss keine Bl?sse geben

Prof. Bernhard Meyer, Pressestelle
Evangelische Fachhochschule Darmstadt

04.01.2010 08:00

Menschen können gescannt werden. Bis unter die Wäsche. Die Sicherheitsbehörden am Flughafen jubeln. Die Fluggäste wehren ab. Wie würde sich der Einzelne entscheiden, wenn man ihm beim nächsten Abflug am Frankfurter Flughafen anbieten würde, sich am Testlauf eines Körperscanners zu beteiligen und damit eine Stunde Wartezeit in der Schlange beim Einchecken zu sparen? Wir fragten die Psychologin Prof. Dr. Bettina Schuhrke von der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt.

Bereits Anfang September vorigen Jahres wurde eine Verordnung zur Luftverkehrssicherheit von der EU-Kommission und auf Länderebene von Ministerialbeamten abgesegnet, um nichtmetallische Waffen und Sprengstoff besser erkennen zu können. Es wurde den Mitgliedsstaaten erlaubt, Ganzkörperscanner zur Durchleuchtung von Fluggästen einzusetzen. Adam und Eva erscheinen nur noch im Adamskostüm auf dem Bildschirm des Sicherheitspersonals. Dann schaltete sich überraschend das EU-Parlament ein und setzte eine Diskussion um Datenschutz und Menschenrechte in Gang.

Aber es waren wohl weniger rationale Argumente als vielmehr gute alte irrationale Emotionen, die viele aufschrecken ließen. Gemeint ist streng genommen eine Palette möglicher Emotionen, die sich rund um Scham gruppieren lassen, z.B. auch Peinlichkeit und Verlegenheit. Sie werden aktiviert, wenn Bloßstellung vor einer öffentlichkeit droht. Aus der Sicht der betroffenen Person besteht die Gefahr von anderen negativ bewertet, abgelehnt und im Extrem sogar aus einer sozialen Gruppe ausgegrenzt zu werden. Quasi nackt gesehen zu werden ist nicht per se schamauslösend, sondern nur unter bestimmten Bedingungen. Da gibt es ähnlichkeiten zwischen Personen, aber eben auch individuelle Unterschiede. So zweifelte eine Porno-Darstellerin nach einem Vortrag an, dass Körperscham ein universelles Gefühl sei. Sie empfinde bei den Drehaufnahmen keinerlei Scham. Im Weiteren stellte sich allerdings heraus, dass es ihr peinlich wäre, sich vor anderen Personen der Unterwäsche zu entledigen und dass sie dies auf dem Set vermied.

Nacktheit kann mit der Scham völlig entgegengesetzten Gefühlen verbunden sein - mit Stolz,sogar mit Macht über andere, wenn wir den Körper mit Attributen wie schön, funktionstüchtig,stark, aufregend verbinden oder wenn andere sogar durch die Präsentation der Geschlechtsteile erschreckt oder beschämt werden. Aber wir sind leicht der Scham ausgesetzt, wenn Defizite oder Besonderheiten im Vordergrund stehen, die in der Vorstellung Ansatzpunkte für abfällige Bewertungen bieten. So wird von Kritikern des Körperscans berichtet, er decke über Fettpolster,Genitalschmuck bis zu Prothesen und künstlichen Darmausgängen alles auf. Körperscham, vor allem Genitalscham, findet sich nach der Überzeugung des Ethnologen Hans Peter Dörr kulturübergreifend. Zwar unterscheiden sich Kleiderordnungen beträchtlich und man kann sich offensichtlich mit einer Schamschnur oder Peniskalebasse ebenso gut bekleidet fühlen wie mit einer Burka oder einem locker über der Hose getragenen Hemd. Selbst dort, wo völlig auf Kleidung verzichtet wird, schützen geschickte Sitzpositionen und Reglementierungen des Blickverhaltens intime Körperregionen. Darauf zu starren wird als Respektlosigkeit, als entwürdigend und als Verlust der Kontrolle über die eigene Körpersphäre erlebt.

Scham ist besonders mit der Wahrnehmungsmodalität des Sehens assoziiert; der Blick signalisiert, dass man Objekt der Aufmerksamkeit anderer und ihrer Beurteilung ist. Jede und jeder kann sich fragen: wie werde ich mit der Situation umgehen, wenn ich demnächst am Flughafen in eine Kabine gebeten werde? Man könnte rational der Scham entgegenarbeiten, indem z.B. Gedanken an das Personal ausgeblendet werden und man sich sagt, dass dies doch alles eine höhere Sicherheit garantiere. Aber wollen wir solche Formen der Emotionsarbeit als neue Bürgerpflicht in Kauf nehmen oder nicht doch lieber mit politischen Mitteln Grenzen der Privatsphäre markieren?

(aus: Kreuz&Quer Nr.29, das Hochschulmagazin der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt)

Grau- und Weißfärbung der Haare

Wissenschaftler aus Mainz und Bradford decken den molekularen Mechanismus für die Grau- und Weißfärbung der Haare im Alter auf

Graue oder weiße Haare entstehen mit zunehmenden Lebensjahren durch einen ganz natürlichen Alterungsprozess, bei dem weniger Farbpigmente gebildet werden. Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der University of Bradford in Großbritannien haben nun das Geheimnis um die Grau- oder auch Weißfärbung der Haare im Alter gelüftet. Demnach sind Sauerstoffradikale maßgeblich an dem Verlust der Haarfarbe beteiligt. "Ausgangspunkt des gesamten Prozesses ist Wasserstoffperoxid, das wir auch als Bleichmittel kennen", erklärt Univ.-Prof. Dr. Heinz Decker vom Institut für Biophysik der Universität Mainz. "Bei zunehmendem Alter wird es in den Haaren vermehrt gebildet und verhindert schlussendlich die Herstellung des Farbpigments Melanin." Den molekularen Mechanismus dieses Prozesses haben die Mainzer Biophysiker zusammen mit den Dermatologen aus Bradford erstmals genau aufgeschlüsselt und in dem Fachjournal The FASEB Journal ver?ffentlicht.

Wasserstoffperoxid - oder H2O2 in der chemischen Bezeichnung - entsteht beim Stoffwechsel überall im menschlichen Körper in kleinen Mengen, so auch im Haar. Mit dem Alter nimmt die Menge jedoch zu, weil der Körper mit dem Abbau von Wasserstoffperoxid in die beiden Bestandteile Wasser und Sauerstoff nicht mehr nachkommt. In ihrer Arbeit haben die Wissenschaftler gezeigt, dass ein dafür verantwortliches Enzym namens Katalse, das normalerweise Wasserstoffperoxid neutralisiert, in den Zellen nur noch in sehr geringer Konzentration vorkommt. Dies hat dramatische Konsequenzen. Wasserstoffperoxid greift das Enzym Tyrosinase an und oxidiert dabei einen bestimmten Baustein, nämlich die Aminosäure Methionin. "Durch diesen Oxidationsvorgang wird die Funktion des Enzyms Tyrosinase so stark beeinträchtigt, dass es kein Melanin mehr bilden kann. Wir kennen jetzt die genaue Molekulardynamik, die diesem Vorgang zugrunde liegt", erläutert Decker. Die Wissenschaftler am Institut für Biophysik arbeiten bereits seit etwa zehn Jahren an der Erforschung der Tyrosinasen, die als Enzyme in allen Organismen vorkommen und viele verschiedene Funktionen ausüben. Bei den Computersimulationen zur Aufdeckung der molekularen Mechanismen wurden die Biophysiker durch das neu gegründete Zentrum für rechnergestützte Forschungsmethoden in den Naturwissenschaften der Uni Mainz unterstützt.

Die Oxidation durch Wasserstoffperoxid legt jedoch nicht nur die Melaninproduktion lahm, sondern beeinträchtigt auch noch weitere Enzyme, die zur Wiederherstellung der beschädigten Eiweißbausteine benötigt werden. So kommt eine Kaskade von Ereignissen in Gang, an deren Ende der allmähliche Verlust der Pigmente im gesamten Haar - von der Haarwurzel bis zur Haarspitze - steht. Mit dieser Arbeit haben die Wissenschaftler aus Mainz und Bradford nicht nur das uralte Rätsel, warum unsere Haare im Alter grau werden, auf molekularer Ebene gelöst, sondern auch Ansätze für eine künftige Therapie etwa bei Vitiligo, einer Pigmentstörung in der Haut, aufgezeigt. Denn Melanin ist nicht nur für die Färbung der Haare, sondern ebenso der Haut und Augen verantwortlich.

Wundauflagen mit Wirkstoffdepots

09.02.2009

BÜNNIGHEIM (ri) Allein in Deutschland müssen jährlich schätzungsweise vier Millionen Patienten mit chronischen Wunden versorgt werden. Eine Wundauflage, die von den Hohenstein Instituten in Bünnigheim im Rahmen eines Forschungsprojektes (AiF-Nr. 15143 BG) in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Förderung von Medizin-, Bio- und Umwelttechnologien e.V. (GMBU) in Dresden entwickelt wurde, eröffnet hier neue Behandlungsm?glichkeiten. Bei der neuartigen Wundauflage werden die Wirkstoffe auf Basis der Nanosol-Technik eingebunden und kontinuierlich abgegeben.
Bisher mussten heilungsfördernde Wirksubstanzen stets unabhängig von einer Wundauflage, z. B. in Form einer Salbe, auf eine Wunde aufgebracht werden. Bei der Nanosol modifizierten Wundauflage sind die einzelnen Zellulosefasern von einer anorganischen Matrix aus inertem Siliziumoxid (SiO2) überzogen. In diese sind die Wirksubstanzen eingebunden, die in der feuchten Umgebung einer Wunde kontinuierlich abgeben werden.
Um die Wirkstoffdotierung zu erreichen, modifizierten und optimierten die Wissenschaftler die Seitenketten des SiO2-Grundgerüsts entsprechend der jeweiligen Löse- und Lagereigenschaften der Wirkstoffe. Grundsätzlich nimmt die Sol-Stabilität in Abhängigkeit von der zugesetzten Menge von Wirksubstanzen ab. Im Hinblick auf die geplante großtechnische Produktion ermittelten die Experten deshalb Wirkstoffkonzentrationen, bei denen die Beständigkeit der Nanosol-Ausrüstung über mindestens 10 Tage hinweg gewährleistet ist.

Aufgrund der Vielzahl von Wundtherapeutika und deren chemischer Diversität arbeitete das Team von Dr. Dirk Höfer mit Substanzen, die exemplarisch für bestimmte Wirkstoffgruppen zur Wundheilung stehen. Es wurde untersucht, inwieweit sie sich zur Einbindung eignen und somit zu Produkten entwickelt werden können, die in verschiedenen Phasen der Wundheilung und bei verschiedenen Wundtypen Anwendung finden.

So wurden von den Hohensteiner Wissenschaftlern u. a. Wundauflagen mit antibakteriellem Effekt entwickelt. Die Antibiotika sind dabei stabil in den Hohlräumen (Kavitäten) der Nanosol-Schichten eingebunden und werden im feuchten Wundmilieu kontinuierlich sowie in den therapeutisch erforderlichen hohen Dosen abgegeben und tragen so gezielt zur Verhinderung einer Wundinfektion bei. Die Einbindung von Chitosan in Nanosolschichten gelang ebenfalls, es zeigte sich jedoch nicht die gewünschte antimikrobielle Wirkung.

Vielversprechend ist dagegen die Nanosol-Fixierung des Vitaminvorläufers Dexpanthenol, das die Hautregeneration fördert. Die Substanz kann mit Hilfe der an den Hohenstein Instituten entwickelten Technik problemlos auf Viskose angelagert werden. Mit Hilfe textiler Bioassays belegten die Hohensteiner Experten sowohl in vitro als auch in vivo, dass die Substanz unter den physiologischen Bedingungen einer Wunde freigesetzt wird und signifikant die Hautregeneration verbessert.

Auch hinsichtlich der Wundheilung zeigte das Forschungsvorhaben erfolgversprechende Ansatzpunkte. Durch die Modifikation der SiO2-Sole konnte das Team von Dr. Höfer sogar wundheilende Proteine erfolgreich einlagern und deren gezielte Freisetzung nachweisen. Beispiele dafür sind das Wundbelag entfernende Enzym Bromelain, Trypsininhibitor, ein zentrales Regulationsprotein in der Wundheilung und den wundheilenden Wachstumsfaktor Insulin.

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes zeigen das enorme Entwicklungspotential für die therapeutische Wundbehandlung mit Hilfe von Textilien. Die großtechnische Umsetzung der an den Hohenstein Instituten entwickelten Techniken ermöglichen die Produktion effizienter und kostengünstiger Therapie-Managementsysteme. Durch die Verwendung klinisch erprobter und zugelassener Wirkstoffe, wie z. B. enzymatischer Wirkstoffe (Streptodornase) oder Wachstumsfaktoren (PDGF), lassen sich zukünftig Wundauflagen mit Wirkstoffdepot realisieren, welche die Wundheilung beschleunigen, den Behandlungsablauf vereinfachen und den Zeitaufwand in der Pflege verringern. Bis zur Zulassung der textilbasierten Wirkstofftherapie als Medizinprodukt sieht Projektleiter Dr. Höfer jedoch noch Optimierungs- und Forschungsbedarf.

Kontakt:
Hohenstein Institute
Dr. Dirk Höfer
d.hoefer@hohenstein.de
www.hohenstein.de

Haut aus der Dose

02.12.2008

Ein vollautomatisiertes Verfahren soll die Herstellung von k?nstlichem Gewebe verbessern: Haut, die im Labor hergestellt wird, k?nnen Mediziner f?r Transplantationen nutzen. An diesem Gewebe lassen sich auch Chemikalien ohne Tierversuche kosteng?nstig testen.

Es gibt Patienten, die w?nschen sich eine zweite Haut. Zum Beispiel, weil die eigene bei einem schweren Unfall verbrannt ist. Aber die Transplantation von Haut ist langwierig und bei gro?fl?chigen Transplantationen sind oft mehrere Operationen notwendig. Schon lange versuchen Mediziner deshalb, Gewebe k?nstlich zu z?chten. Mit einer solchen "k?nstlichen Haut" k?nnten sie diese Patienten schneller und besser behandeln.

Gewebez?chtung, auf englisch Tissue Engineering, ist seit einigen Jahren im Fokus der Forschung, und in vielen biotechnologischen Labors werden Gewebe wie Knorpel oder Haut bereits gez?chtet. Die Forscher am Fraunhofer-Institut f?r Grenzfl?chen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart wollen aber noch einen Schritt weiter gehen. Sie arbeiten an der vollautomatisierten Herstellung von Geweben. "Bisher ist die Z?chtung, etwa von Hauttransplantaten, sehr teuer", sagt Prof. Heike Mertsching, Abteilungsleiterin am IGB. "Die meisten Schritte werden von Menschenhand durchgef?hrt, das macht das Verfahren nicht besonders effektiv." Zusammen mit Kollegen aus den Fraunhofer-Instituten f?r Produktionstechnologie IPT, Produktionstechnik und Automatisierung IPA sowie Zelltherapie und Immunologie IZI haben die Forscher deshalb ein neuartiges Verfahrenskonzept entwickelt.

Zun?chst wird eine Biopsie - also eine menschliche Gewebeprobe - auf Sterilit?t ?berpr?ft. Ein Greiferarm transportiert die Biopsie dann in die Anlage, in der die einzelnen Schritte ablaufen: Der Automat schneidet die Biopsie klein, isoliert die unterschiedlichen Zelltypen, regt sie zum Wachsen an und mischt die Hautzellen mit Kollagen. Mit Hilfe einer speziellen Gelmatrix entsteht dabei ein dreidimensionaler Aufbau der verschiedenen Hautschichten - die Haut ist fertig. Im letzten Schritt verpackt der Automat die Zellen f?r den Versand. Alternativ kann das Gewebe auch kryokonserviert, das hei?t eingefroren und f?r sp?tere Zwecke gelagert werden. "Wichtig war uns, dass der gesamte maschinelle Ablauf in einzelne Module unterteilt ist", sagt Mertsching. "So k?nnen wir einzelne Module entsprechend den Anforderungen zur Herstellung unterschiedlicher Gewebe austauschen oder ver?ndern." Das Verfahren er?ffnet den Medizinern jede Menge neuer M?glichkeiten. Sie wollen damit beispielsweise Darmgewebe f?r Resorptionstests herstellen.

Quelle: Dr. Janine Drexler, Fraunhofer Gesellschaft

 

Sonnenstudios im Test. Das Ergebniss: Erschreckend

25.11.2008

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat 100 zertifizierte Sonnenstudios in Deutschland getestet und ist zu "erschreckenden Ergebnissen" gekommen und had zum Teil gravierende Mängel festgestellt", so Sprecher Werner Nording.

Die Hauptkritikpunkt ist die Beratung. Diese ist kaum einem Studio ausreichend gewesen. Sie sei aber wichtig, um die Verbraucher vor den gesundheitsschädlichen Auswirkungen von UV-Strahlung zu schützen. Seit 2007 hatte das Strahlenamt im Auftrag des Bundesumweltministeriums Sonnenstudios in Deutschland aufgerufen, sich freiwillig zertifizieren zu lassen. Die Resonanz war eher gering: Bislang erhielten nur rund 800 von ihnen ein Gütesiegel.

 

Das BfS-Gütesiegel dürfen nur Sonnenstudios tragen, die diese strenge Kriterien hinsichtlich der Technik, der Hygiene und der Kundenberatung erfüllen. So müssten geschulte Mitarbeiter vor der Nutzung des Solariums ein beratendes Gespräch führen, den Hauttyp des Kunden bestimmen, einen Dosierungsplan erstellen und zudem auf die Gesundheitsrisiken durch UV-Bestrahlungen hinweisen. Diesen zeitlichen Aufwand betrieb allerdings nur jedes fünfte getestete Studio.

 

Auch der Schutz von Jugendlichen sei nicht ausreichend eingehalten worden. Obwohl in zertifizierten Sonnenstudios die Nutzung durch unter 18-Jährige grundsätzlich verboten ist, hätten einige Einrichtungen dennoch die Erlaubnis der Eltern akzeptiert und die Jugendlichen auf die Sonnenbank gelassen. "Wir wollen den Verbraucherschutz in den Sonnenstudios gewährleisten", sagte Nording. Dafür müssten natürlich weiterhin unangekündigte, bundesweite Tests auch in nicht-zertifizierten Studios erfolgen.

 

Werner Nording rät sonnenhungirgen Verbrauchern mit Blick auf die Testergebnisse, grundsätzlich eine ausführliche und fachkundige Beratung in den Studios einzufordern. Vor allem vor dem ersten Besuch des Solariums nach dem Sommer sei ein individueller, auf den Hauttyp abgestimmter Besonnungsplan wichtig.

Körperhaarentfernung bei immer mehr jungen Erwachsenen im Trend

Mehr als 97 Prozent der jungen Frauen und 79 Prozent der Männer entfernen regelmäßig Körperhaar an mindestens einer Körperregion.Das geht aus einer Untersuchung hervor, die von Professor Elmar Brühler und Dr. Aglaja Stirn mit Hilfe des Diplomanden Tim Kühne an der Universität Leipzig, Selbstständige Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, an einer studentischen Stichprobe durchgeführt wurde. Der Studie zufolge befand sich der Anteil der Teilnehmerinnen, die überhaupt kein Körperhaar entfernen, auf interferenzstatistisch nicht verwertbarem Niveau. In der Untersuchung wurde bei Männern die Bartrasur nicht mit einbezogen.

Warum unterziehen sich junge Menschen einer solch aufwändigen Prozedur? Bei der Frage nach den Gründen wird bei Befragungen immer wieder das Wechselspiel zwischen individueller Attraktivität und gesellschaftlicher Normativität angegeben

Schlaganfälle vermeiden

Vorhoffflimmern rechtzeitig erkennen,
auch wenn im EKG nichts sichtbar ist

 

Dr. Nicole Kikillus vom Institut für Biomedizinische Technik des KIT hat eine Software zur zuverlässigen Erkennung von Vorhofflimmern und zum schnellen und einfachen Screening von Risiko-Patienten entwickelt. Vorhofflimmern bedeutet für die Patienten ein bis zu siebenfach erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Dieses Risiko kann durch Gabe von Medikamenten um bis zu 70 Prozent gesenkt werden, wenn die Vorhofflimmer-Diagnose rechtzeitig gestellt wird.

Die Diagnose war bislang meist schwierig, weil Vorhofflimmern häufig keine Symptome verursacht oder anfallsartig (paroxysmal) auftritt. Diese klinisch bedeutsamste Herzrhythmusst?rung konnte bislang nur dann diagnostiziert werden, wenn Vorhofflimmern auch tatsächlich im Untersuchungszeitraum - also während der Aufzeichnung des EKGs - auftrat.

Allein in Deutschland leiden rund 800 000 Menschen an dieser Volkskrankheit. Durch die demografische Entwicklung rechnen Experten in den nächsten 30 Jahren mit einer Verdoppelung der Zahl der Patienten mit Vorhoffflimmern.

Nun hat die Ingenieurin Dr. Nicole Kikillus vom Institut für Biomedizinische Technik des KIT eine Untersuchungsmethode entwickelt, mit der sich Vorhofflimmer-Patienten zuverlässig erkennen lassen. Und zwar auch dann, wenn während der Untersuchung kein Vorhofflimmern auftritt. Dazu analysiert die von Kikillus entwickelte "evidensa"-Software am PC ein etwa 45-minütiges Einkanal-EKG (Elektrokardiogramm). Grundlage ist ein neuartiger Algorithmus, der auf Parametern der Herzfrequenzvariabilität basiert. Aus diesem Einkanal-EKG lassen sich insgesamt 25 Merkmale aus dem Zeit-, Frequenzbereich und nichtlinearen Zeitbereich bestimmen, die anschließend klassifiziert werden. Das Ergebnis lautet dann entweder "Vorhofflimmerpatient Ja" oder "Vorhofflimmerpatient Nein".

"Eine frühzeitige Diagnose von Vorhofflimmer-Patienten ermöglicht eine Therapie und damit eine bis zu 70-prozentige Reduzierung des Schlaganfallrisikos", erläutert die Wissenschaftlerin. "Die Methode lässt sich schnell und einfach anwenden, so dass sie sich auch für breit angelegte Reihenuntersuchungen (Screening) gut eignet."

Bis zur Marktreife rechnet Kikillus noch maximal zwei Jahre. Bis dahin gilt es, die Ergebnisse mit Hilfe weiterer Datensätze zu verfeinern und zu verbessern. Sie führt bereits erste Gespräche mit Kooperationspartnern. Ziel ist, Kliniken sowie Hausarztpraxen mit der "evidensa" Software auszustattten. Dr. Nicole Kikillus: "Sofort nach Analyse des EKGs trifft die Software mit einer Erfolgswahrscheinlichkeit von 96 Prozent die Entscheidung: "Vorhofflimmerpatient Ja" oder "Vorhofflimmerpatient Nein".

Kikillus hat mit dieser Erfindung - die in ihrer Dissertation dokumentiert ist - auch Jurys überzeugt. So wurde ihre Arbeit erst jüngst mit dem "Südwestmetall-Förderpreis 2008" des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg gewürdigt. Kurze Zeit später erhielt sie auf der Messe Medica in Düsseldorf den "Fresenius Erfinderpreis 2008".

Im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) schließen sich das Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft und die Universität Karlsruhe zusammen. Damit wird eine Einrichtung international herausragender Forschung und Lehre in den Natur- und Ingenieurwissenschaften aufgebaut. Im KIT arbeiten insgesamt 8000 Beschäftigte mit einem jährlichen Budget von 700 Millionen Euro. Das KIT baut auf das Wissensdreieck Forschung - Lehre - Innovation.

Die Karlsruher Einrichtung ist ein führendes europäisches Energieforschungszentrum und spielt in den Nanowissenschaften eine weltweit sichtbare Rolle. KIT setzt neue Maßstäbe in der Lehre und Nachwuchsförderung und zieht Spitzenwissenschaftler aus aller Welt an. Zudem ist das KIT ein f?hrender Innovationspartner für die Wirtschaft.

quelle: idw-online